Kanonenkugeln - Cannonball
Kanonenkugeln - Cannonball

Hier eine mir unbekannte Hohlkugel.

 

Fundort Schweiz

Gewicht 2072 gr.

Durchmesser 90mm

 

Die Zeichnung unter dem Bild

zeigt die Innenform der Kugel. 

 

Wer sachdienliche Hinweise zur Kugel hat möchte sich bitte bei mir melden. 

Zu dieser Kugel wurde mir von einem freundlichen Leser dieser Text zur Verfügung gestellt.

 

 

 

 

 

Im Werk "Artilleria"  (Büchner, 1685), ist eine Kugel (Hohlkugel/Granate) abgebildet (siehe Anhang), die auf der dem Mundloch gegenüber liegenden Seite eine trichter-/kegelförmige Vertiefung in der Außenhülle aufweist. 
Dieser Typ Kugel wird im dazugehörigen Text als "sausende- oder pfeifende Kugel" beschrieben. 

Wofür diese genau eingesetzt wurden geht aus dem Text nicht hervor. 
Es könnte sich jedoch um ein "signalgebendes" Element der Artillerie handeln. So könnten etwa bestimmte (vorher vereinbarte) Signale durch überschießen der Truppe übermittelt worden sein (durch den beim Flug erzeugten Pfeifton) 
Eine weiter mögliche Verwendung wäre als akustischer "Entfernungsmesser" möglich gewesen. 

Die Kugel auf Ihrer Internetseite ist vollständig durchbrochen und weist zwei konische (miteinander verbundene) Öffnungen unterschiedlicher Durchmesser auf. Ebenso ist die Verteilung der Masse (des Schwerpunkt) durch die Formgebung (siehe Ihre Schnittzeichnung) derart beeinflusst, daß auf ein gewolltes Ausrichten währen der Flugphase geschlossen werden könnte. 

Der erzielte Effekt wäre vielleicht, die Kugel in der Flugphase so auszurichten, daß die kleinere Öffnung nach vorn (in Flugrichtung) zeigt und durch diese Öffnung der "Fahrtwind" eintritt und zum minimalen mittleren Durchmesser der Öffnung hin kanalisiert wird. 
Die so kanalisierte Luft tritt dann schlagartig aus der hinteren (größeren) Öffnung aus. 

Rein physikalisch müsste dieser Effekt einen lauten Pfeifton erzeugen ?  Vergleichbar mit dem Mundstück einer Flöte. 

Es wäre also auch hier die Verwendung als "signalgebendes" Element der Artillerie (von Berg zu Berg, da Fundort Schweiz) denkbar.


Die auf dem Foto erkennbare "Abdeckplatte" könnte Teil eine ursprünglichen Lade-/Ansetzhilfe sein, die normalerweise nach dem Ansetzen wieder entfernt wurde (dafür sprechen die Ösen/Ohren). Der durch den Kugelkörper verlaufende Dorn (Gewindebolzen) könnte zur Fixierung eines metallischen oder hölzernen Treibspiegels (Trennung zur Treibladung) gedient haben. Möglich ist auch der Verschuß der Kugel mitsamt der der Ladehilfe. Diese könnte sich nach Verlassen des Rohres dann vom eigentlichen Geschoss (der Kugel) getrennt haben. 

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